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Formschnitt oder Radikalschnitt: Was den Termin bestimmt

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작성자 Ada Ludwick 작성일26-09-13 09:57 조회3회 댓글0건

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Die Witterung entscheidet mit. Regnet es nach dem Schnitt tagelang, können Pilzsporen ungehindert eindringen. Deshalb gilt: Bei feuchter Witterung gar nicht schneiden. Trockene, kühle Tage ohne Nachtfrost sind ideal. Auch die Tageszeit spielt eine Rolle: Ein Schnitt am Vormittag gibt der Wunde mehr Zeit zum Antrocknen als ein Eingriff am späten Nachmittag. Wer unsicher ist, verschiebt den Schnitt lieber in den Spätwinter, denn ein nicht geschnittener Baum trägt im Zweifel mehr als ein falsch geschnittener.

Vorbeugen lässt sich durch maßvolles Schneiden. Entfernen Sie nie mehr als ein Viertel der Krone in einem Jahr, und verteilen Sie den Schnitt auf mehrere Jahre. Ein ausgewogener Schnitt aus Licht-, Frucht- und Erhaltungsschnitt hält den Baum ruhig. Bei älteren Bäumen hilft es, das Innere der Krone rechtzeitig auszulichten, damit die Triebe nicht ins Senkrechte schießen. Kontrollieren Sie außerdem die Nährstoffversorgung: Zu viel Stickstoff im Boden fördert das Wachstum und damit die Bildung von Wasserschossern.

Beim Schneiden von Gehölzen geht es selten darum, ob überhaupt geschnitten wird, sondern wann und wie stark. Formschnitt und Radikalschnitt verfolgen unterschiedliche Ziele, und genau daraus ergibt sich der richtige Zeitpunkt. Wer beides verwechselt, schneidet entweder zu zaghaft oder zerstört die Blüte des kommenden Jahres.

Ein typischer Fehler ist der Radikalschnitt direkt nach dem Winter. Zwar treiben viele Sommerblüher danach kräftig aus, doch der Schnitt erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem die Pflanze noch keine Reserven mobilisiert hat. Die Folge sind lange, weiche Triebe, die kaum Blüten ansetzen. Besser ist ein abgestufter Schnitt: Zuerst nur erfrorene und beschädigte Zweige entfernen, dann zwei bis drei Wochen später, wenn der Austrieb klar sichtbar ist, den eigentlichen Formschnitt nachziehen. So bleibt die Blühfähigkeit erhalten.

Wann man eingreifen sollte und wann nicht Im ersten Jahr nach dem Schnitt ist Zurückhaltung angebracht. Solange die Triebe weich und grün sind, lassen sie sich im Sommer mit den Fingern abknipsen. Das schwächt den Austrieb nachhaltig, ohne neue Knospen anzuregen. Ab dem zweiten Jahr sind Wasserschosser verholzt und müssen mit der Schere entfernt werden. Der richtige Zeitpunkt ist der späte Winter oder das zeitige Frühjahr, kurz vor dem Austrieb. Ein Schnitt im Herbst regt dagegen neue Triebe an und verschlimmert das Problem.

Beim Schneiden gilt: Der Leittrieb bleibt unangetastet, solange die Krone noch aufgebaut wird. Gerüststämme werden auf ein Drittel bis die Hälfte ihrer Länge eingekürzt, um Verzweigung anzuregen. Konkurrenztriebe zum Leittrieb entfernt man ganz oder leitet sie flach ab. Steil nach oben wachsende Wasserschosse an den Gerüststämmen sind ebenfalls zu entfernen, solange sie nicht als Ersatz gebraucht werden.

Woran man den richtigen Moment erkennt Beobachte die Knospen statt den Kalender. Bei sommerblühenden Sträuchern sitzen die Blütenanlagen an den frischen Trieben, die erst nach dem Austrieb wachsen. Deshalb schneidet man, sobald die Pflanze austreibt, aber bevor die neuen Triebe mehrere Zentimeter lang sind. Ein weiteres Merkmal: Alte, vertrocknete Triebe lassen sich jetzt leicht erkennen, weil das lebende Holz daneben saftig grün aussieht. Tote Zweige werden bis ins gesunde Holz zurückgenommen, ohne in die frischen Knospen zu schneiden.

Die Ursache liegt fast immer in einem gestörten Verhältnis zwischen Wurzelwerk und Krone. Wird zu stark geschnitten, reagiert der Baum mit überschüssiger Kraft, die sich in senkrechten Trieben entlädt. Dasselbe passiert nach einem starken Rückschnitt, nach Frostschäden oder wenn ein alter Baum plötzlich viel Licht bekommt. Auch ein zu tiefer Pflanzschnitt oder ein einseitig entferntes Gerüst können Wasserschosser auslösen. Der Baum versucht, verlorene Blattmasse schnell zu ersetzen.

a1eQNO.jpgSommerblüher wie Hortensien, Sommerflieder oder Bartblume bilden ihre Knospen erst am neuen Holz. Wer sie im Frühjahr schneidet, bevor der Austrieb sichtbar ist, entfernt oft genau die Triebe, die später Blüten tragen würden. Der richtige Moment liegt nicht Pflanzen im Innenraum Kalender, sondern in der Pflanze selbst. Entscheidend ist, ob die Art am einjährigen oder am mehrjährigen Holz blüht. Nur wer das weiß, schneidet zum passenden Zeitpunkt.

Praktisch geht man beim Formschnitt so vor: Zuerst die abgestorbenen und kranken Triebe entfernen, dann die Außenkontur prüfen. Geschnitten wird von unten nach oben und von innen nach außen, damit abgeschnittene Zweige herausfallen. Eine Schnur oder ein Lattenrahmen hilft, gerade Kanten zu halten. Beim Radikalschnitt setzt man die Säge zuerst an den ältesten, dicksten Trieben an, arbeitet sich zu den jüngeren vor und lässt einige kräftige Jungtriebe stehen. Diese dienen als Gerüst für den Neuaustrieb.

Nicht jeder Wasserschosser muss weg. An jungen Bäumen lassen sich gut gelegene, kräftige Triebe als neues Gerüst heranziehen. Sie werden dazu im Sommer heruntergebunden oder mit einem Holz gespreizt, bis sie flacher stehen. Nach zwei bis drei Jahren tragen sie oft erste Früchte. Ein zu steiler Winkel bleibt dagegen unfruchtbar und sollte korrigiert oder entfernt werden. Wer alle Wasserschosser sofort abschneidet, nimmt dem Baum unnötig Aufbaukraft.

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